Ich wünsche einen wunderschönen Tag werter Leser!
Fast wäre es mir nicht möglich gewesen eine neue Empfehlung für diese Woche zu schreiben. Zum Glück ist meine Verbindung zum Internet wieder aktiv und stabil und so sitze ich nun wieder einmal hier und tippe diese Worte in die Tasten meines trotz ständiger Benutzung leicht angestaubten Keyboards.
Geld ist das Thema dieser Woche und selbstverständlich ist dies kein seltenes Thema in Filmen. Echte Klassiker oder richtige Empfehlungen sind dabei aber schon wieder seltener und so verlasse ich mich dieses Mal schlicht auf meine spontane Idee den Oliver Stone Film Wall Street (1987) anzupreisen. Vielleicht hat schon der ein oder andere von dieser Perle der Filmgeschichte gehört. Michael Douglas Charakter Gordon Gekko wurde mit dem Zitat: “Gier ist gut!” berühmt und berüchtigt und landete damit einen vergleichbaren Wert wie “Ich komme wieder!” aus The Terminator (1984). Es war aber nicht nur dieses Zitat welches Douglas den Oscar für die beste Hauptrolle einbrachte, es war sein Spiel im ganzen daß man einmal gesehen und genossen haben sollte wenn man verstehen will warum dieser Schauspieler zu den verdienten Oscarpreisträgern der Geschichte gehört.
Aalglatt, eiskalt und superfies verkörpert Douglas den Broker Gekko der in den 80ern wie so viele Andere dem Ruf des Geldes folgt aber im Vergleich zu manchen der Anderen extrem erfolgreich ist. Durch seine Philosophie von der guten Gier macht er keine Gefangenen in der Geschäftswelt und erarbeitet sich ein gewisses Vermögen. Dieser Erfolg bleibt nicht unbeachtet. Bud Fox (Charlie Sheen) ist ein junger Wall Street Broker mit dem eisernen Willen an die Spitze zu kommen. Er setzt einiges daran Gordon Gekko auf sich aufmerksam zu machen und schafft es letztendlich sogar Gekko zu treffen. Dieser zeigt sich beeindruckt vom Ergeiz des Jungen und nimmt ihn unter seine Fittiche woraufhin Fox in enger Zusammenarbeit mit seinem neuen Mentor in eine Welt des schnellen Geldes, schneller und billiger Frauen, des “guten Lebens” aber auch fragwürdiger Geschäfte abgleitet. Auch die Beziehung zu seinem Vater (gespielt von Sheens wirklichem Vater Martin Sheen) wird durch die neue Position von Fox belastet.
Wall Street ist ähnlich wie American Psycho (2000) ein Zeitzeugnis da der Film eine Ära beleuchtet in der das schnelle Geld oder zumindest die Aussicht darauf eine Wirkung hatte wie auch der Rausch nach Gold in der früheren Zeit der neuen Welt. Menschen verwandelten sich durch die Gier in Monster, in alles verschlingende Polyphage für die nur ein dickes Bankkonto ein erstrebenswertes Ziel ist. Zwar ist auch heute noch Geld ein treibender Motor aber es hat schon einen Grund warum der Begriff “Yuppie” seinen Ursprung in den 80ern hat. Es war eine Verwandlung, eine Bewegung in der Gesellschaft die den Kapitalismus in absurde Höhen führte und die belanglosigkeit menschlicher Werte zugunsten des Erfolgs im Geschäft stylisierte. Der Verlust des eigenen Wesens im immergleichen Kampf um die Spitze spielt auch in Wall Street eine entscheidende Rolle denn selbst der ergeizige Bud Fox muss sich irgendwann die Frage stellen ob der eingeschlagene Weg auf Dauer der richtige ist.
Inszeniert von Oliver Stones sicherer Hand bietet sich dem geneigten Zuschauer ein Blick in die luftigen Höhen der hohen Finanz aber auch in die Abgründe der Menschheit. Letztenendes muss sich auch der Zuschauer die Frage stellen was wirklich zählt im Leben und wie wichtig Geld ist. Zum Leben braucht man es sicher aber die Menge und der Weg auf dem es erworben wird zählen dabei ebenso. Über kurz oder lang ist die gute Gier mit Sicherheit doch kein Ziel welches erstrebenswert erscheint und Vernunft nimmt einen Teil der Rechnung ein die im Film zu einem Happy End führt aber auch im realen Leben auf jeden Fall nicht vergessen werden sollte. Auch hier gilt wieder einmal contra sehen und kritisch betrachten damit die Menschlichkeit auch weiterhin einen Platz in ihrem Herzen hat werter Leser. Dies mag zugegebenermaßen kitschig klingen aber es ist in meinen Augen das was zählt. Wie immer sind sie aber trotzdem dazu eingeladen mich lügen zu strafen, mir zu widersprechen und mich zu kommentieren. Allgemein wäre ein Kommentar ab und an nicht schlecht. Es ist schließlich immer schön ein wenig Feedback zu bekommen. Nun ja ich möchte aber bei aller Vorfreude darüber auch nicht gierig sein, egal wie gut ein kleiner Kommentar ab und an sein kann. Fühlen sie sich frei, fühlen sie sich inspiriert und wenn auch der Film sie vielleicht nicht zum Erfolg führt so kann er sie doch hoffentlich unterhalten.