Jan’s Filmtipp - The League of Extraordinary Gentlemen (2003)

So seid nun wieder einmal gegrüßt und wieder herzlich willkommen zu meiner Filmempfehlung der Woche. Nachdem es die letzten Wochen einige Probleme mit dem Online stellen der Folgen gab mussten auch ein paar Empfehlungen ausfallen und ich trete jetzt an um etwas an Zeit aufzuholen. Meine Empfehlung zur Episode Terror muss zugunsten der Best of Episoden 1 und 2 warten. Wobei sich hier jedoch die Frage stellt welche Empfehlung ich nun wählen soll da die Aufgabe ja war und ist jeweils einen Film zum Thema zu finden. Best of ist nun ja nicht unbedingt ein direkt interpretiertes Thema in vielen Filmen und ich wollte auch keineswegs so einfache Wege gehen und z.B. einen Titel mit Best of im Namen wählen. Stattdessen dachte ich mir man könne sich auf einen Film konzentrieren der das Beste vereint und sozusagen ein Best of Horror, Best of Comedy oder andere Varianten zur Unterhaltung präsentiert und kam dabei auf eine alte und gerade in den letzten Jahren wiederentdeckte Form der Rechteverwertung. Die Versus Filme sind keineswegs erst gestern erfunden worden und haben eigentlich schon immer keine besondere Tiefe besessen. Um Tiefe soll es hier auch nicht gehen. Es soll vielmehr um pure Unterhaltung gehen und da stellten sich ein paar Filme neueren Datums zur Auswahl. Zuerst wollte ich AVP: Alien vs. Predator (2004) nehmen da ja jetzt auch erst der furiose zweite Teil Aliens vs. Predator: Requiem (2007) im Kino läuft aber da Teil eins trotz eines gewissen und unbestreitbaren Unterhaltungswertes einfach zu viele Fehler macht und ich den zweiten aus Zeitgründen noch nicht sehen konnte sind diese beiden erstmal auf Eis gelegt. Dies soll jedoch nicht heißen daß man diese Filme nicht ansehen sollte. Für Teil 2 muss der Zuschauer aber mindestens 18 Jahre alt sein da die beiden Alienrassen ein hübsches Schlachtfest veranstalten.

Ich dachte dann aber auch an Freddy vs. Jason (2003) welcher ebenfalls gut geeignet wäre und als Futter für den heimischen DVD Player an einem geeigneten Abend sicher anklang finden würde. Hier stimmt die Mischung schon eher als bei AvP da Ronny Yu im Gegensatz zu Paul W.S. Anderson beide Filmserien welchen der Film zu Grunde liegt weitaus eher ernst nimmt und ebenso die Fans. Jedoch ist der Film bei allem Spaß auch ein Splatter und Slasherfilm welcher eine gewisse Bereitschaft fordert und soweit wollte ich diesmal nicht gehen.

Ich dachte dann noch an Klassiker wie Frankenstein Meets the Wolf Man (1943) und obwohl dieser sicher einen Liebhaberwert hat und man dazu sicher einiges sagen könnte lasse ich es. Allgemein ist mein Problem bei jedem der genannten Filme die Hintergrundgeschichte und die Details welche hier das Format sprengen würden und ich bin sicher keiner von euch will hier Seitenweise Anekdoten lesen und seien sie noch so interessant. Was also bleibt? Nun letztendlich wählte ich einen Film der für mich spontan ein absolutes Best of präsentiert und trotz einer im Grunde bereits geführten Best of Liste von Best of Creature Features im oberen Teil des Textes soll dieser Film meine Empfehlung der Woche sein.

The League of Extraordinary Gentlemen (2003) von Regisseur Stephen Norrington (Blade (1998)) vereint einige der besten und größten Figuren der Literaturgeschichte auf der Leinwand und tut dies auch mit dem geforderten Unterhaltungswert. Zwar lassen sich auch bei diesem Film Fehler finden und im Vergleich zur großartigen Graphic Novel von Alan Moore (From Hell) und Kevin O’Neill (Hardware (1990) (story “SHOK!”)) fällt die Qualität ab aber es macht dennoch Spaß diesen Film zu sehen. Dies liegt zum einen an der sicher nicht schlechten Regieführung Norringtons aber vor allem verdankt der Film seinen Charme dem Produktionsdesign und den tollen Darstellern welche angeführt werden von keinem geringeren als Sean Connery als Allan Quatermain. Gerade er verleiht dem Film das gewisse etwas. Stellenweise sicher etwas unterfordert liefert sein Spiel in den richtigen Szenen den Witz und die Unterhaltung welche nötig ist. Allein schon Quatermains Einführung mit dem anschließenden Shootout in Afrika sind alles andere als langweilig. Zu ihm gesellen sich teils bekannte und teils unbekannte Namen. Bekannt sind sicher noch Peta Wilson (“La Femme Nikita”), Stuart Townsend (Königin der Verdammten (2002)), Shane West (Dracula 2000 (2000)) und Jason Flemyng (Snatch. (2000)) wobei ich dafür keine Garantie übernehmen möchte. Ohnehin ist es schwer mit Namen zu kommen wenn diese kaum jemand verknüpfen kann. Dies ist leider nur selten der Fall wie ich immer wieder feststellen muss.

Zurück zum Film. Die Geschichte dreht sich wie schon erwähnt um Allan Quatermain (Connery) welcher ein Team von nun wirklich außergewöhnlichen Charakteren anführt welche ihre legendären Kräfte einsetzen um gegen den Technologie Terror anzugehen den ein mysteriöser Verrückter mit Namen “The Fantom” über die Welt bringt. Diese “Liga” besteht aus dem Seefahrer und Erfinder Captain Nemo (Naseeruddin Shah), der Vampirin Mina Harker (Wilson), einem Unsichtbaren mit Namen Rodney Skinner (Tony Curran), dem zum Secret Service gewechselten Tom Sawyer (West), dem alterslosen und unverwundbaren Dorian Gray (Townsend) und schlussendlich der gefährlichen gespaltenen Persöhnlichkeit von Dr. Jekyll und Mr. Hyde (Flemyng). Diese Mischung allein ist schon interessant und verspricht durchaus was sie hält. Figuren wie z.B. Mr. Hyde sind in diesem Film auch weitaus besser dargestellt als z.B. in anderen Mainstream werken wie Van Helsing (2004) und obwohl gewisse Beförderungen wie die von Tom Sawyer nicht so recht ins Bild passen fügt sich der Rest doch zu einem passablen ganzen. Es ist ein Retro Serien Feeling wie es ähnlich auch Sky Captain and the World of Tomorrow (2004) entfesselt hat. Die Location ist in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts angesiedelt und genauso wie in einigen der berühmten Serien dieser Zeit auf denen teilweise auch George Lucas seinen Star Wars (1977) und Jäger des verlorenen Schatzes (1981) aufbaute gelingt es Superschurken mit futuristischer Technik eine Bedrohung darzustellen. Es ist dieser sympathische Look der fesselt und ebenso unterhält wie die Darsteller in vielen der Szenen. Unterm Strich ist der Film mehr als nur einen Blick wert und auch wenn man hier mit Sicherheit keinen Meilenstein versetzt hat so bleibt die Liga trotzdem noch ein amüsantes Stück Kino, ein Film zum Spaß haben und bei aller Dunkelheit gegen Ende auch für Jugendliche geeignet. Der Bösewicht welcher sich hinter “The Fantom” verbirgt bleibt an der Stelle unerwähnt, es sei nur soviel gesagt, auch er entspringt der Literaturgeschichte.

Nun denn, geht doch einfach mal auf Zeitreise. Hierbei handelt es sich keineswegs um eine angestaubte Geschichtsstunde sondern um ein Was-wäre-Wenn, eine amüsante Literaturinterpretation und ein Filmchen mit Sean Connery. Ok, gut an ihm allein sollte es nicht liegen. Ihr werdet es sehen. So viele Details, so viele Dinge zu sehen und ein Abenteuer zu bestehen mit der Liga ist die Aufgabe. Ausnahmsweise nicht ganz so contra sehen und einfach einmal nur die Beine hochlegen oder sich egal in welcher Position vor dem Fernseher amüsieren. Freunde einladen und Bier trinken bei der Liga, Chips futtern und von mir aus auch Quatschen und Lachen über manchen Fehler . Das Jahr geht zuende und bei allen guten Vorsätzen fürs neue Jahr haben wir uns dieses bißchen Spaß doch auch verdient oder? Ich könnte mich irren aber dies wird wenn überhaupt erst das Thema einer ganz anderen Geschichte.