Jan’s Filmtipp - Shaun of the Dead (2004)

Regie: Edgar Wright
Darsteller: Simon Pegg, Kate Ashfield, Nick Frost

Ich grüße euch oh werte Leser und heiße euch herzlich willkommen zum zweiten Filmtipp aus meiner Feder. Diese Woche ist das Thema Liebe ein kleines Problem denn im Grunde ist es ein Thema über welches schon so viele Filme gemacht wurden. Einige davon sind sehr gut, andere eher nicht und die Frage nach der Bedeutung von Liebe wollen wir erst gar nicht anschneiden. Na ja in Ordnung ein wenig kann man darüber ja reden. Es sollte nur nicht zu typisch sein und sich dezent von der Masse jener Filme abheben welche Liebe allzu klassisch und beinahe kitschig thematisieren. Ich will deswegen eine romantische Komödie empfehlen. Eine romantische Komödie…mit Zombies! Shaun Riley (Simon Pegg) lebt in London, hat eine Freundin, einen Job und hat ein Problem mit seinem Stiefvater. In seiner Wohnung leben außerdem noch seine Kumpels Ed und Pete wobei Pete ehrgeizig und zielorientiert ist und Ed eher den lieben langen Tag vor sich hingammelt, ein wenig Gras vertickt und Timesplitters 2 spielt. Nun ja und Shaun ist zu gutmütig um Ed davon abzubringen aber er hat ja auch schon mit sich selbst genug Probleme. Seine Freundin Liz (Kate Ashfield) ist deprimiert und gelangweilt von der Beziehung. Das „Winchester“, ein Pub in der Stadt ist in der Freizeit der einzige Ort an den Shaun sie ausführt. Dann jedoch nur mit Ed an seiner Seite und für Liz und ihre Mitbewohner ist das nicht wirklich etwas worauf eine Beziehung langfristig aufbauen kann. Dies macht sie Shaun auch ausdrücklich klar worauf dieser sich tatsächlich dazu bewegen lässt mehr zu investieren. Ein schickes Essen in einem Restaurant soll den Anfang machen aber der Verlauf seines routinierten Lebens gerät mächtig aus den Fugen als sich um ihn herum mehr und mehr Vorfälle ereignen, Vorboten einer Katastrophe welche später bekannt sein wird als Z-Day. Unglaublich aber wahr, eines Morgens wandern Zombies durch die Straßen und bedrohen die Lebenden. Shaun bekommt nun die Chance Liz entgültig zu beweisen wie viel sie ihm wert ist. Er schmiedet einen Plan sie aus ihrer Wohung zu retten und in Sicherheit zu bringen.

Edgar Wright und Simon Pegg erschufen mit Shaun of the Dead einen romantische Hommage an die Horrorfilme der 70er und 80er Jahre wobei besonders die Filme von Zombie Altmeister George A. Romero Pate standen. Allein schon der Titel ist angelehnt an Dawn of the Dead (1978), den zweiten Teil aus Romeros Zombie Saga. Auf die Idee kamen beide bei der Produktion der britischen Serie Spaced (1999) in welcher auch Nick Frost mitwirkte welcher den Ed spielt. Obwohl gerne als Parodie gehandelt ist Shaun of the Dead doch eher eine Hommage im Stil eines Kill Bill und zeigt die Liebe der Autoren zu einem ganz besonderen Subgenre der Filmgeschichte. Natürlich ist es auch ähnlich wie bei Kill Bill das jener der die Vorlagen kennt sich immer noch einen Tick mehr amüsiert als der unbedarfte Zuschauer aber dank liebenswerter Charaktere, schwarzem Humor und einer eigenständigen unterhaltsamen Story muss keiner Angst haben bei diesem Film auf dem trockenen zu sitzen. Es gibt genug zu lachen und zu schmunzeln und wie schon erwähnt kommt auch die Romantik nicht zu kurz. Es sind die Szenen zwischen Shaun und Liz welche von klassischen Beziehungsgesprächen zu Hardcore Horror Survival Szenen wechseln welche den Film angenehm ungewöhnlich machen. Man hat zwar schon Horrorfilme mit Liebespaaren erlebt aber selten schien es so erfrischend, so unkitschig und wenig klischeehaft obwohl selbst dieser Film nicht ganz ohne Klischees auskommt. Der Film thematisiert aber auch die Familie und damit auch eine Form von Liebe. Shauns Mutter Barbara ist mit Philip zusammen und der ist für Shaun ein Dorn im Auge da er als strenger Stiefvater die Beziehung zur Mutter auf die Probe stellt. Als die Zombies aber in London einfallen muss Shaun jedoch trotzdem zuhause vorbei um seine Mutter zu retten. Eine Anspielung auf Night of the Living Dead (1968) findet sich in dem Telefongespräch kurz vor der Rettungsaktion. Als Shaun seiner Mutter sagt sie würden jetzt kommen um sie zu retten ruft Ed: “We’re Coming to get you Barbara” (Wir kommen um dich zu holen Barbara) eine Variation von „They’re coming to get you, Barbara!“ aus der Friedhofsszene von Night of the Living Dead. Eine der offensichtlichsten Anspielungen auch wenn George A. Romero angeblich bei der ersten Sichtung des Films nicht darauf kam. Beeindruckt war er aber dennoch und bot Wright und Pegg die Gelegenheit in Land of the Dead (2005) eine Gastrolle zu übernehmen. Shaun of the Dead ist gespickt mit vielen kleinen Details wie diesen. Insgesamt ist der Film wirklich mehr als sehenswert wobei eine kleine Warnung an alle zart besaiteten Gemüter trotzdem ausgesprochen werden sollte. Wie es sich für einen Zombiefilm gehört fehlt auch eine gute Prise Splatter in diesem Film nicht. Die FSK war dabei äußerst gnädig und gab Shaun of the Dead trotzdem ab 16 Jahren frei. Somit also auch durchaus geeignet für meine jüngeren Leser. Kurz vor Schluss möchte ich sagen dass dieser Film eine wirklich gelungene Alternative zu all den romantischen Filmen ist welche zwar auch ihre Qualitäten haben können aber dennoch selten neues bieten. Der Film bietet sich als Kompromiss in einer Beziehung an in der Sie gerne leichtes Liebesgeplänkel hätte und Er gerne lockere Sprüche, Action und Gewalt. Ok gut das ist jetzt auch wieder ein Klischee, eine Verallgemeinerung über Beziehungen und Liebe. Sagen wir einfach der Film ist unterhaltsames Popcorn Kult Kino getreu der These dass ein Tümpel nicht immer trüb sein muss um für tief gehalten zu werden, ein Film nicht immer düster und schwerfällig sein muss wenn es um die Liebe geht und vor allem dass Zombies durchaus auch ihre positiven Seiten haben und sogar liebenswert sein können. Vor allem bewirbt der Film den Einsatz für die Liebe zum Menschen, die Liebe zum Leben und warnt in seiner Zombiesymbolik vor zuviel Apathie und Gleichgültigkeit. Hatten sie denn schon einmal das Gefühl von Zombies umgeben zu sein? Mir ging es schon so. Der Tipp zum Schluss sollte also lauten, aufgeschlossener, spontaner und aktiver zu sein. Warum nicht diesen Film mit Freunden, mit der Freundin, dem Freund oder der Familie ansehen? Warum nicht nach dem lesen dieser Zeilen den Computer ausmachen und vor die Tür gehen? Vor allem sollte man dann die Augen aufmachen und alles genau registrieren. Was ich damit meine? Nun ja ich will nicht zuviel verraten aber der Film wird es zeigen. Viel Spaß also mit Shaun of the Dead und vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit.