Aller guten Dinge sind Drei. Willkommen werter Leser, zu meiner dritten Empfehlung, zum Thema Globalisierung. Dieses Mal standen wieder ein paar Filme zur Auswahl und ich hoffe meine letztendliche Wahl trifft auf Gegenliebe. Eine Auswahl welche stellenweise auch noch gültig wäre für das Thema Medien und welche ein Klassiker des Genres ist. Die Kurzgeschichte Roller Ball Murder von William Harrison wurde 1975 von Harrison selbst für die Leinwand adaptiert. Unter der Regie von Norman Jewison (zuletzt im Kino mit The Statement) und mit James Caan in der Hauptrolle wurde mit Rollerball (1975) ein faszinierendes Stück Filmgeschichte geschaffen.
Ich empfehle hier speziell das Original von 1975, denn obwohl 2002 ein Remake von Genrespezialist John McTiernan (Predator, Stirb Langsam) folgte bleibt Jewisons Version unerreicht.
Die Geschichte von Rollerball ist im Grunde simpel. In ferner Zukunft (heute näher als erwartet) haben Regierungen wie man sie heute noch kennt ausgedient. Die Welt wird von Konzernen beherrscht in einem weltumspannenden Netz und mutet ein wenig so an wie eine der düsteren Prognosen des Erzählers aus David Finchers Fight Club. Es gibt keine Kriege, es gibt kein Verbrechen. Grenzen existieren im Grunde nur noch zwischen Firmen und um den Menschen die Rivalität zu geben welche nötig ist um den Trend Sport der Zukunft zu spielen. Dieser Sport ist Rollerball und im Grunde eine moderne Version von Gladiatorenkämpfen, im Gesamtkontext im Grunde lediglich ein Teil der Brot und Spiele Strategie der Konzerne. Mit leichter und zugleich brutaler Unterhaltung will man die Massen betäuben und es funktioniert sehr gut. In die Geschichte kommt Jonathan E. (James Caan) welcher einer der Topspieler der Liga ist und mit seiner Mannschaft hoch geachtete Siege feiert. Er wird zum Helden der Massen und damit auch zum Dorn im Auge der Konzerngrößen da diese ihr simples Spielchen durch Jonathans rebellischen Geist und seiner Wirkung auf die Massen gefährdet sehen. Von höchster Stelle legt man ihm nahe in den Ruhestand zu gehen aber man muss feststellen dass Jonathan sich nicht so leicht in Rente schicken lässt.
So legendär wie der Film ist auch das Spiel selbst welches so realistisch gestaltet wurde dass man es theoretisch real hätte spielen können. Einer Anekdote zufolge wurde dies auch von Mitgliedern der Crew regelmäßig getan. Das Set bzw. die Arena wurde damals in einem Teil des Olympia Stadions in München errichtet und es gab wohl auch einige Münchner welche die Möglichkeit bekamen als Statisten während der Spiele mitzuwirken. Die Aufnahmen erreichten eine intensive Wirkung, das beinahe Feeling einer TV Sportübertragung. Der flüssige Spielablauf und die dabei brutalen Spielmanöver fesseln noch heute auf eindringliche Weise. Zwar wirkt manches aus heutiger Sicht veraltet aber das schmälert die Qualität des Films nicht im Geringsten. Dazu behält sich der Film zu viele Qualitäten welche das Remake als Beispiel vermissen ließ.
Das Remake ist ein Beispiel dafür wie wenig der Blick für die heutige Welt geschärft ist. Wie bereits erwähnt gibt es auch in David Finchers Fight Club eine Erwähnung dass in der Zukunft die Konzerne das sagen haben und z.B. die großen neuen Galaxien oder Planeten benennen. Heute gibt es bereits Firmen welche Weltweit operieren und den Markt und damit auch die Menschen an bestimmten Punkten ihres Lebens kontrollieren. Damit werden wir als Konsumenten auf der ganzen Welt auf eine Stufe gestellt und die Medien liefern das perfekte Mittel der Ablenkung. Seien wir mal ehrlich, ist ein Spiel wie Rollerball heutzutage so unrealistisch? Wie viele Grenzen wurden bereits überschritten und wie viele werden wir noch überschreiten? Der rebellische Geist früherer Zeiten ist längst nicht mehr so stark und soll auch nicht mehr stark werden. Beim Remake von Rollerball hätte ich mir da einfach mehr aktuelle Gesellschaftskritik und Spielszenen wie aus einer modernen Footballübertragung gewünscht. Mehr ein Spiegel der Zeit oder einfach Satire wenn man so will denn wo man 1975 noch von einer weit entfernten Zukunft sprach braucht es heute nur noch ein paar Schritte. Vielleicht sollten wir auch im Leben des öfteren contra sehen und die Augen aufmachen für uns selbst und unsere Kinder. Den Blick nicht nur auf das hier und jetzt richten sondern langfristig denken. Es ist schließlich keine Schande ein Rebell zu sein. Es ist keine Schande auch mal quer oder contra zu denken. Manchmal muss man das Spiel spielen und manchmal aus den Regeln ausbrechen.
Ganz so wie Jonathan E..