Jan’s Filmtipp - Das Leben des Brian (1979)

Regie: Terry Jones
Darsteller: Graham Chapman, John Cleese, Eric Idle, u.a.

Willkommen werter Leser zur nunmehr vierten Empfehlung auf Contrasehen.de. Nachdem ich meine Favouriten zum Thema Medien, Liebe und Globalisierung schrieb muss ich diese Woche etwas zum Thema Religion finden.

Tja und welcher Film bietet sich da an? Letztenendes ist es ein breites Feld an qualitativ hochwertigen Filmen welche sich dem verschrieben haben aber nur einer soll es sein. Spontan fiel mir als erstes Das Leben des Brian (1979) ein und so soll dies auch meine Empfehlung sein. Ende!

Moment! Wie? Sie kennen diesen Film nicht? Ok, gut ich will etwas mehr dazu schreiben. Ich will schließlich nicht daß jemand im Dunkeln gelassen wird. Bei diesem Film handelt es sich um eine wahrhaft göttliche Komödie, um einen Film welcher so lustig ist daß man ihn in Norwegen verbot. Es ist die wunderliche und unglaubliche Geschichte des Brian von Nazareth (Graham Chapman). Schon bei seiner Geburt zeichnet sich durch den versehentlichen Besuch der heiligen drei Könige eine besondere Zukunft ab. Die Drei verwechseln nämlich den Stall von Brians Mutter mit dem von Maria und Josef welcher gleich nebenan liegt. Die Geschenke für den Heiland darf Brian also nicht behalten und so wächst er heran und lebt sein Leben mit seiner Mutter und in einem einfachen Verkäuferjob. Er lebt sein Leben zwischen Bergpredigten und amüsanten Steinigungen und er fühlt eine wachsende Unzufriedenheit darüber. Die Juden im Land jammern unter der Herrschaft der Römer und obwohl Brian angeblich zum Teil Römer ist möchte er dem Juden in sich treu bleiben. Hierfür schließt er sich der Volksfront von Judea an welche man nicht verwechseln sollte mit Judäischen Volksfront oder gar der populären Front. Mit diesen Rebellen will Brian das im Grunde garnicht so schlechte römische Heer und dessen Befehlshaber aus dem Land vertreiben.

ROMANI ITE DOMUM

Als Brian vom Anführer der Volksfront die Aufgabe bekommt mit Grafitti gegen die Besatzer zu rebellieren erfüllt er diese Aufgabe mit mehr Glück als Verstand und wird zum Helden seiner Kameraden aber auch zum Feind der Römer welche ihn von nun an jagen. Er findet die Liebe, außerirdisches Leben aber auch Anhänger und ehe Brian sich versieht hält man ihn für den Messias. Dabei wollte der junge Mann nur ein Leben ohne Römer und mit seiner Traumfrau Judith führen. Ach ja und das ganze ohne seine Mutter.

Man könnte jetzt noch ins Detail gehen und die vielen kleinen Gags und Feinheiten im Film erzählen aber es macht vielmehr Spaß dies selbst zu erleben. Es ist der bissige britische Humor und vor allem der besondere Stil von Monty Python der den Film prägt. Ob es um die Politik und Politiker, um die Rechte von Mann und Frau oder eben um Religion geht, die Komikertruppe nimmt kein Blatt vor den Mund und spart mit teils brüllend komischen Ideen nichts aus. Als Grundlage für den Zuschauer reicht es aber durchaus fürs erste die Geschichte von Jesus Christus im groben zu kennen denn darauf basiert auch die Geschichte von Brian. Dieser Fakt ist auch der Grund weswegen der Film es nicht immer einfach hatte da man ihn in einigen Ländern aufgrund von Blasphemie verbot. Auch die Produktion ansich wurde damals fast aus diesem Grunde gestoppt. Man drehte Monty Python einfach den Geldhahn zu was verständlicherweise zu gewissen Problemen führte. Zu Hilfe kam der Crew ein Fan welcher laut eigener Aussage unbedingt den neuen Film im Kino sehen wollte. Es war Ex-Beatle George Harrison der den Pythons mit Geld aus der eigenen Tasche Unterstützung anbot. Dies führte zur Gründung von Harrisons Firma Handmade Films (Time Bandits (1981), Wasser (1985/I)) welche die Filmgeschichte zukünftig um einige interessante Projekte bereichern würde. Die finanzielle Unterstützung für Das Leben des Brian ging jedoch als die teuerste Kinokarte der Welt in die Geschichte ein aufgrund Harrisons bereits erwähnter Aussage den Film unbedingt im Kino sehen zu wollen. Harrison hat im Film auch einen kleinen Auftritt als Mr.Papadopolous in dessen Szene auch Michael Palin’s Sohn Tom einen kleinen Auftritt hat.

Always Look On The Bright Side Of Life

Der Film brachte nebenbei auch der Musikwelt einen Evergreen der weit über die Grenzen der Filmfans bekannt und beliebt wurde. Der Song Always Look On The Bright Side Of Life vom Ende des Films wurde zu einer erfolgreichen Single. Auch ohne die Szene der Kreuzigung vor Augen enfaltete der Text seine Wirkung bei den Hörern.

Auch muss gesagt sein daß der Film durchaus nicht ohne Botschaft ist da gerade in der Blasphemie auch Fragen verborgen sind. So ist z.B. der bedingungslose Glaube auf dem Prüfstand und Fanatismus in mehr als einer Szene thematisiert (I say you are Lord, and I should know. I’ve followed a few.). Auch die Gruppe der Volksfront stellt die Frage nach nur allzu menschlichen Schwächen. Die Gruppe tut eigentlich nicht wirklich etwas außer zu hassen und einfach mal dagegen zu sein obwohl es besonders in einer Versammlungsszene deutlich wird wie wenig Sinn das eigentlich ergibt. So bleibt einem durchaus auch manchmal das Lachen ein wenig im Halse stecken, Grenzen werden berührt und für manche Gemüter sogar überschritten und letztendlich ist Das Leben des Brian eben nicht nur ein Film über Brian sondern auch ein Film über unsere Geschichte und unser Leben oder das worauf wir es aufbauen. Nun ja aber zu tiefgründig will ich jetzt auch nicht werden. Der Film macht Spaß und das soll er auch. Der Rat lautet aber dennoch, wie auch die Male zuvor, die Augen immer offen zu halten und die Aufmerksamkeit auf das Detail zu richten. Denn die Details oder auch einfach die kleinen Dinge im Leben sind oft weitaus wertvoller als man denkt.