Willkommen zurück werter Leser!
Nach einer langen Pause erwartet den geneigten User und möglichen Fan hier wieder eine Empfehlung zum aktuellen Thema. Nachdem man davon abgekommen war die einzelnen Episoden mit erklärenden Begriffen oder Schlagworten als Titel zu versehen war es Anfangs nicht immer einfach einen Film passend dazu zu finden. Diese Episode trägt z.B. den Titel WE LOVE USA! HONESTLY! und lässt einen etwas großzügigeren Raum für Interpretationen.
Da sich der Titel eines gewissen Sarkasmus nicht erwehren kann überlegte ich welche Filme dazu passen würden. Da das Thema USA auch immer mit Stolz verbunden ist und Sarkasmus nicht immer gern gesehen wird war die Frage welches Werk das Rennen macht. Für mich sollte es ein amerikanischer Film sein welcher aber auf der anderen Seite auch vollkommen unamerikanisch sein musste. Zumindest im Bezug auf den erwähnten Stolz. Dabei geht es aber auch um Sichtweisen, Standpunkte vieler Europäer gegenüber den USA. Es ist schlicht gelogen wenn man sagt alle Amerikaner wären dumm und eingebildet. Natürlich mag man angesichts der aktuell noch amtierenden Regierung das Gegenteil glauben aber da soll ja auch eine Manipulation von höherer Stelle geholfen haben. Überhaupt kann man glaube ich nicht mit Gewissheit sagen wo der Hund begraben liegt. Zuviele Details verbergen sich und obwohl wir als Europäer sicher einen objektiveren Standpunkt haben könnten verhalten wir uns doch nur allzu oft subjektiv. Wir nehmen allgemein kursierende Meinungen an, lassen die Medien für uns sprechen und uns von Medien beeinflussen. Wir machen heutzutage im Alltag vieles genauso wie die Amerikaner und sollten vielleicht etwas leiser schreien. Man muss nicht mit Präsident Bush einer Meinung sein aber man muss auch nicht ein komplettes Landfür die Fehler eines Mannes verurteilen. Ok das Land war zumindest teilweise dumm genug diesen Mann zu wählen (zweimal!) jedoch habe ich dazu schon das Wort MANIPULATION genannt und eine mögliche Erklärung geliefert.
Tja dazu muss aber auch das Wort SPEKULATION fallen. Details, Details und kaum einer kennt das komplette Bild. Vielleicht können wir uns darauf einigen daß die Amerikaner keinesfalls ohne Fehler sind, wir aber auch einiges auf dem Kerbholz haben. Immerhin haben die Amis noch keinen Genozid … moment das stimmt nicht so ganz … da war doch was mit Ureinwohnern und dann die Sklavenhaltung (böse Sache). Dann vergessen wir nicht die weiß gekleideten Herren des KKK die sicher auch ein paar Freunde bei unserer NPD finden würden. Mist jetzt bin ich wieder bei uns. Ok ich denke das führt mich hier nur im Kreis. Es mag sein daß es eine Zeit gab als jedes Land der westlichen Welt gänzlich anders war aber diese Zeiten sind lange vorbei. Abgesehen davon haben in diesen Ländern schon immer Menschen gelebt und so ist ein gewisses Scheitern auf der ein oder anderen Ebene schon immer vorprogrammiert gewesen. Aber hey…nobody is perfect!
Kommen mir nun zum Film. Es hat ja lange genug gedauert. Ich möchte diese Woche den Film Buffalo Soldiers (2001) von Gregor Jordan empfehlen. Der Film lief sogar bei uns im Kino. Unter dem Titel “Buffalo Soldiers - Army Go Home!” oder teilweise sogar nur mit Army Go Home! beworben konnte sich dieser nette kleine Film aber nicht so lange halten. Vielleicht mochten einige die Story nicht? Vielleicht konnte sich niemand mit den Schauspielern anfreunden? Wobei ich mir das nicht denken kann. Warum fragt der Leser dieser Zeilen? Ich bin ja froh wenn man mir bis hierhin gefolgt ist und bemühe mich eine gute Antwort zu liefern.
War is hell… but peace is f*#!%!! boring
In Buffalo Soldiers geht es um die Soldaten der Theodore Roosevelt Army Base außerhalb von Stuttgart. Es ist 1989, die Mauer ist im Begriff zu fallen, die Welt bereitet sich auf den absoluten Frieden vor welcher sich zum Ende des kalten Krieges ankündigte. So oder so ähnlich war wenigstens der Plan. Ray Elwood (Joaquin Phoenix), ein Mitglied der 317th Supply Battalion ist dabei seinen eigenen kleinen kalten Krieg auf die Spitze zu treiben. Elwood ist ein liebenswerter Schelm, ein Rekrut welchem es gelingt seinen Wehrdienst in ein blühendes Netzwerk des Schwarzmarkthandels zu verwandeln. Dies jedoch eher getrieben von Langeweile als von Ehrgeiz. Offiziell hat er den Tagesjob des Battalions Sekretärs für den etwas unbeholfenen aber fürsorglichen Commander Wallace Berman (Ed Harris). Auf der anderen Seite spielt er den Dealer für diverse Waren und schreckt dabei selbst vor harten Drogen wie Heroin nicht zurück. Alles könnte so schön sein aber eines Tages taucht ein neuer Sergeant (Scott Glenn) auf mit dem Bestreben die Basis komplett aufzuräumen. Elwood fühlt sich unangreifbar und bleibt weitgehend ruhig. Er wagt sich sogar an Robyn (Anna Paquin), die Tochter des neuen Sergeant, heran welche ihn nicht nur durch ihr hübsches Aussehen sondern auch durch ihre rebellische Art direkt anspricht. Jedoch weiß er da noch nichts von den 5 Millionen US Dollar für gestohlene Waffen die sich ihm bieten oder dem verrückten türkischen Drogendealer mit dem er gezwungen ist sich anzulegen. So läuft alles auf einen Höhepunkt hinaus an dem letztendlich alles außer Kontrolle gerät und Elwood den Preis für seine Langeweile zahlen muss.
Steal all that you can steal. A story so outrageous you couldn’t make it up
Die Geschichte basiert auf dem 1993 erschienenen Buch von Robert O’Connor einem College Professor. Es wurde von Regisseur Gregor Jordan selbst in ein gutes Drehbuch umgewandelt auch wenn man sicher Details finden kann die einander in Film und Buch nicht ganz entsprechen. Es soll hier aber nicht um die alte Diskussion über die Qualität von Literaturverfilmungen gehen. Der Film hatte es schwer in den USA. Es geht hierbei nicht nur um die Geschichte welche angeblich bei Testvorführungen zu harter Kritik führte sondern auch um die unglückliche Zeit in welcher der Film entstand. Seine Premiere feierte der Film am 9. September 2001. Die Ereignisse zwei Tage später zerstörten gewissermaßen die Chance auf eine Vermarktung in den USA. So ist dieser amerikanische Film mit dem in vielen Punkten eher unamerikanischen Thema für längere Zeit nur interessierten Europäern zugänglich gemacht worden. Tatsächlich war er erst wieder 2003 in den US Lichtspielhäusern in limitierter Auflage zu sehen. Schade eigentlich denn im Grunde ist der Film vielleicht genau die richtige Dosis an Selbstironie die gefehlt hat. Vielleicht hätten mehr Filme wie dieser gewisse Terroristen daran gehindert Amerika von seinem Thron zu schießen. Es hätte vielleicht nie so hoch gethront, es hätte sich mit etwas mehr Selbstironie vielleicht nie solche Feinde gemacht. Naja ich will Filmen hierbei jetzt keine zu große Bedeutung beimessen. Es ist sicher nicht allein die Einstellung im Inneren sondern auch die Einstellung nach Außen und die darauß resultierenden Taten welche Hass schüren und Probleme machen. Ähnlich wie Elwood im Film welcher im Grunde kein schlechter Mensch ist aber schlechte Dinge tut und dabei selten bis garnicht einen großen Gedanken an die Konsequenzen verschwendet.
Es gibt sicher genügend Möglichkeiten hier einen Ansatz für Diskussionen zu finden. Teils politisch, teils menschlich und obwohl das politische aus dem menschlichen resultiert weise ich eine direkte Verbindung von mir. Für mich war das politische immer ein Ableger des menschlichen. Die böse Saat wenn man so will und leider trifft das mit Blick auf die Geschichte immer wieder zu. Aber auch hier muss man, wie auch am Anfang gesagt, die Grenzen weglassen und sich auch an die politische Nase des eigenen Landes fassen. Bei all unseren Disputen sind wir uns im Grunde in unseren Bedürfnissen, unseren tiefsten Wünschen mehr als ähnlich. Es sind Gemeinsamkeiten die für uns immer nachvollziehbar bleiben und uns nicht vollends distanzieren auch wenn uns andere Stimmen zu anderem raten. Manchmal muss man aber Grenzen überschreiten! Manchmal muss man in den Stall gehen und eine heilige Kuh schlachten um die Distanz wieder ein Stück kleiner werden zu lassen, Grenzen aufzulösen und Verständnis zu ernten. Buffalo Soldiers gelingt dies vielleicht nicht in Vollendung aber er lässt die USA oder wenigstens ein paar US Bürger in einem anderen, absurd liebenswerten Licht erscheinen. YES WE LOVE THE US OF A! HONESTLY! Das können sie mir ruhig glauben…